FilmKlassiker
Kino der Unsterblichkeit
Legendäre Meisterwerke der Filmgeschichte
Das Programm der Festival-Klassiker 2026
Das Programm der Festival-Klassiker 2026
Kino der Unsterblichkeit - Das besonderen Konzept des FilmGugger Kurzfilmfestivals: Zukunft trifft Vergangenheit.
Zeitgenössische Kurzfilme verbinden sich mit den legendären Klassikern der Filmgeschichte.
Die FilmGugger knüpfen historisch an die internationalen Filmfestspiele Neustadt an der Haardt von 1948 an.
2023 feierten wir das 75-jährige Jubiläum der Neustadter FilmKultur. Fotos ©:
Jean Marais, Heidemarie Hatheyer u. Curd Jürgens, Cark Raddatz u. Maria Mauban, Horst Bucholz u. Romy Schneider, Gertrud Höchel
FilmGugger Festival-Klassiker 2026
Filmstart 20:45 Uhr
Die Goldene Ära der 1920s stand für den Beginn einer modernen Filmkunst und für eine moderne künstlerische Haltung:
für Mut zum Experiment, Offenheit gegenüber neuen Ideen und die Verbindung von Kunst, Technik und gesellschaftlicher Reflexion - jung, experimentierfreudig und von einer ungeheuren schöpferischen Energie getragen.
Die größten deutschen Regisseure der 1920er Jahre prägten das goldene Zeitalter des Weimarer Kinos, insbesondere durch den Expressionismus und monumentale Ufa-Produktionen. Zu den prägenden Figuren zählen Fritz Lang („Metropolis“), F.W. Murnau („Nosferatu“), Robert Wiene („Das Cabinet des Dr. Caligari“), Ernst Lubitsch, Joe May und Phil Jutzi, sowie G.W.Pabst und Sternberg. Ihre Werke beeinflussten das internationale Filmemachen nachhaltig. Das Kino der Weimarer Republik war maßgeblich von den großen Filmpalästen geprägt und Berlin entwickelte sich schnell zum Filmzentrum Europas. Riesige Filmproduktionen entstanden. Der Film war eine Industrie und zugleich eine sehr freie Kunstform im Werden. Aber 1929 verschärfte sich die Weltwirtschaftskrise. Zahlreiche Filmproduktionen wurden gestoppt und die einst so glanzvolle deutsche Filmkultur geriet in Bedrängnis. Wie schon in den 1920er-Jahren steht der Film heute wieder im Zentrum einer kulturellen Umwälzung durch KI: Damals wie heute spiegeln die technischen Innovationen den Geist ihrer Zeit – den Drang nach Ausdruck, nach Nähe, nach einer neuen Form von Wahrheit im bewegten Bild.
Donnerstag, 29. OKTOBER
DER BLAUE ENGEL 1929 Tonfilm Regie: Josef von Sternberg (107 Min)
Freitag, 30. OKTOBER
BERLIN ALEXANDERPLATZ 1929 Tonfilm Regie/Neustadt: Phil Jutzi (84 Min)
Samstag. 31. OKTOBER
FAUST - EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE 1926 Stummfilm Regie: F.W.Murnau (106 Min)
noch offen: DIE BÜCHSE DER PANDORA 1929 Stummfilm Regie: G.W.Pabst (128 Min)
noch offen: DAGFIN 1926 Stummfilm Regie: Joe May (124 Min)
noch offen: Die Abenteuer des Prinzen Achmed 1926 Scherenschhnittfilm (66 Min)
Regie: Lotte Reiniger
🎬 FAUST - eine deutsche Volkssage (1926) - Stummfilm
Regie: F.W. Murnau mit Emil Jannings
Dauer: 106.00 min
Ein Paukenschlag! Mit der Verfilmung der Faust-Sage erheben F.W. Murnau und Emil Jannings das Kino in den Rang der hohen Kunst. Ein ikonischer deutscher Stummfilm produziert von der Ufa im Jahr 1926, mit Gösta Ekman (Faust), Emil Jannings (Mephisto) und Camilla Horn (Gretchen) in den Hauptrollen. Bekannt für seine expressionistischen Licht-Schatten-Effekte, für monumentale Bauten (Herlth/Röhrig) und Spezialeffekte (z.B. der Flug mit Mephistos Mantel). Größte Tragik und abgründiger Humor finden in der Geschichte des Dr. Faust, der von Mephisto in Versuchung geführt wird, nebeneinander Platz. In der Rolle des Mephisto entfaltet Jannings sein ganzes Können: Er ist verschmitzt und ordinär, dämonisch und voller Begehren. Er beherrscht die kleinen und die großen Gesten, den schmeichelnden Blick und das Spiel mit dem Zuschauer.
„Faust“ ist ein ergreifendes Filmgemälde, das stilisierte Ästhetik, phantastische Atmosphäre und wilde Romantik gleichermaßen atmet, im Besonderen das Spektakel für die Augen: Ein meisterhaftes Spiel mit Licht und Schatten, malerischer Finesse, neuartigen Tricks und einer wunderbaren Eleganz. Murnau macht aus Goethes Werk eine beispiellose, verführerische Abenteuerreise, die Faust (Gösta Ekman) und Mephisto durch eine finster-schaurige Welt führt und direkt in den Armen des lieblichen Gretchens (Camilla Horn) endet.
Jannings und sein Regisseur Murnau verabschieden sich mit diesem Meisterwerk von Deutschland und machen sich auf den Weg in neue Welten, nach Hollywood. Für Jannings ist „Faust“ sein letzter deutscher Stummfilm.
Vier Jahre nach Murnaus „Faust“ verwandelt sich der Verführer Mephisto in einen der berühmtesten Verführten der Filmgeschichte. In Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“ wickelt Marlene Dietrich den großen Jannings um ihren Finger, als sei er ein kleiner Schuljunge..
🎬 Berlin Alexanderplatz (1929) - Tonfilm
Regie: Phil Jutzi
Dauer: 84.00 min
Hauptrollen: Heinrich George, Maria Bard, Margarete Schlegel, Berhard Minetti.
Der Neustadter Regisseur Phil Jutzi, am 22.07.1896 in Altleiningen (Pfalz) geboren, am 01.05.1946 in Neustadt an der Weinstraße gestorben, startete seine Karriere als Plakatmaler und Kameramann in Ludwigshafen. Ab 1919 führte er bei der Internationalen Film-Industrie GmbH (ifi) in Heidelberg, die auf Detektiv- und Wildwestfilme spezialisiert war, Regie. 1925 ging Phil Jutzi nach Berlin, wo er über die Internationale Arbeiterhilfe (IAH) zum kommunistischen Film-Kartell Welt-Film kam, bei dem er als Kameramann aktuelle Ereignisse drehte. 1928/29 entstand unter seiner Regie der halbdokumentarische Film Um’s tägliche Brot (Hunger in Waldenburg). In Berlin arbeitete er für den Verleih Prometheus und war dort zuständig für die Herstellung deutscher Verleihfassungen von russischen Filmen. Ab 1926 arbeitete Jutzi als Regisseur bei der proletarischen Prometheus Film, wo er u. a. mit dem Film Mutter Krausens Fahrt ins Glück (1929) – zum führenden Regisseur des „proletarischen“ Films wurde. Jutzi war begeistert von der Möglichkeit des Tonfilms. Jutzi war es dann auch, der 1930 Eisensteins Film Panzerkreuzer Potemkin von 1925 (Bronenosec Potemki) neu montierte und eine erste Tonfassung für den Film erstellte. Unter seiner Regie entstanden viele seiner international bekannten Filmklassiker wie Mutter Krausens Fahrt ins Glück (1929) und die Alfred-Döblin-Verfilmung Berlin – Alexanderplatz (1929-31) mit Heinrich George als Franz Biberkopf.
Inhalt: Der nach vierjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassene Franz Biberkopf – er hatte im Rausch seine Freundin getötet – versucht ins Alltagsleben zurückzufinden und betreibt einen Straßenhandel am Alexanderplatz in Berlin. Er lernt Cilly kennen und lieben. Deren ehemaliger Freund Reinhold ist ein Bandenführer, der Biberkopf zum Mitmachen überreden möchte. Als sich Biberkopf widersetzt, wird er aus einem fahrenden Auto vor ein anderes geworfen. Er verliert einen Arm, liegt wochenlang im Krankenhaus und schließt sich demoralisiert doch noch Reinhold an. In Mieze, die mit einem Blinden auf Hinterhöfen singt, findet er eine neue Freundin. Da sie eine tiefe Abneigung gegen Reinhold hat, lockt dieser sie in sein Auto und bringt sie in einem Waldstück um. Durch Cilly erfährt Biberkopf von dem Mord und begibt sich in Reinholds Stammkneipe, um mit ihm abzurechnen. Die Polizei aber verhaftet Biberkopf, den sie des Mordes an Mieze verdächtigt. Klempner-Karl jedoch verrät den wahren Täter Reinhold, der mit 15 Jahren Zuchthaus bestraft wird. An der Seite von Cilly gelingt Franz am Ende die Rückkehr ins bürgerliche Leben. Er steht wieder am Alexanderplatz und verkauft Stehaufmännchen.
🎬 DER BLAUE ENGEL (1929) - Tonfilm
Regie: Josef von Sternberg
Dauer: 107.00 min
Hauptrollen: Marlene Dietrich, Emil Jannings, Kurt Gerron, Hans Albers.
Eine deutsche Tragikomödie und einer der ersten wirklich großen deutschen Tonfilme. Er entstand 1929 unter der Regie von Josef von Sternberg für die UFA. Das Drehbuch schrieben Carl Zuckmayer und Karl Gustav Vollmoeller sowie Robert Liebmann unter Mitwirkung des Autors nach dem Roman Professor Unrat von Heinrich Mann. Der Film zeigt Emil Jannings als Professor Immanuel Rath, einen älteren Lehrer, der sich in die von Marlene Dietrich gespielte Varietésängerin Lola Lola verliebt und daran zugrunde geht. Mit zwei Millionen Reichsmark wurde der Film zur teuersten Pommer-Produktion der Ufa. Emil Jannings’ Gage von 200.000 Reichsmark stellte seinerzeit eine Rekordgage dar, wohingegen sich Marlene Dietrich mit 25.000 Reichsmark zufriedengeben musste
Inhalt:
Immanuel Rath ist Gymnasialprofessor in einer deutschen Kleinstadt – ein pedantischer und verschrobener Mann, der unter seinen Schülern und stadtweit nur Unrat genannt wird. Eines Tages entdeckt er während des Unterrichts bei einem seiner Schüler eine Fotokarte einer Tingeltangel-Sängerin, die im Hafen-Varieté „Der blaue Engel“ ein Gastspiel gibt. Rath wittert sofort Unzucht und macht sich – aus rein pädagogischen Gründen, wie er sich selbst einzureden versucht – auf den Weg, um das verrufene Lokal in Augenschein zu nehmen.
Lola – so der Künstlername der Sängerin – ist mit Umziehen beschäftigt, als der Lehrer sie zur Rede stellt. Rath kann – zu seinem eigenen Erstaunen – die Augen nicht von der lasziven, aber gewöhnlichen Schönheit abwenden. Ein Dessous, das der völlig verwirrte Professor zu Hause in seiner Manteltasche findet, gibt ihm einen Grund, Lola wieder aufzusuchen. Er verfolgt eine ihrer Gesangsnummern, verbringt die Nacht mit ihr – und ist ihrem dubiosen Charme so sehr verfallen, dass er den Dienst quittiert, um sie zu heiraten.
Lola war jedoch nur an Raths Geld interessiert. Nachdem sein kleines Vermögen aufgebraucht ist, geht es mit der ohnehin merkwürdigen Verbindung bergab. Rath verkommt zusehends, bringt es aber nicht fertig, sich von seiner Frau zu trennen. So resigniert Rath schließlich und lässt alles nur noch wortlos über sich ergehen. Allerdings verliert er darüber auch immer mehr den Verstand. Als die Truppe wieder in seiner Heimatstadt gastiert, wird Rath von der Sängerin und dem Zauberkünstler Kiepert zu einer entwürdigenden, aber wegen seiner örtlichen Bekanntheit hohe Zuschauerzahlen versprechenden Clownsnummer gezwungen. Während die ebenfalls anwesenden Gymnasiallehrer über die Vorführung ihres ehemaligen Kollegen empört sind, ist der überwiegende Rest der Menge von Raths tragikomischem Auftritt begeistert. Unterdessen beobachtet Rath, wie Lola mit dem Artisten Mazeppa anbändelt. Wutentbrannt und tobsüchtig versucht er daraufhin, Lola, die sich keiner Schuld bewusst ist, zu erwürgen, jedoch halten ihn die weiteren Artisten zurück und Mazeppa steckt ihn sogar in eine Zwnagsjacke. Kiepert bedauert nach diesem Ereignis, dass Rath seine gesellschaftliche Stellung für Lola aufgab und derart heruntergekommen ist.
🎬 DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929) - Stummfilm
Regie: G.W.Pabst
Dauer: 128.00 min - 143.00 min
G.W. Pabsts Wedekind-Adaption ist ein Klassiker der Weimarer Moderne. Die Schauspielerin Louise Brooks verkörpert als „Lulu“ eine moderne, sinnliche wie unschuldige und verführerische Femme Fatale, die an der Gesellschaft scheitert. Lulu ist das Sinnbild weiblicher Freiheit und gesellschaftlicher Tabus. Ein moderner, mutiger Film über Lust, Moral und Abhängigkeit und eines neuen Frauenbilds.
Inhalt: Lulu ist eine junge Tänzerin, in die sich mehrere Männer und eine Frau verlieben und an der sie zu Grunde gehen. Auch Dr. Schön, ein wohlhabender, einflussreicher Zeitungsherausgeber, erliegt ihren Reizen. Aus gesellschaftlichen Gründen will er aber eine andere Frau heiraten. Durch einen von Lulu inszenierten Skandal kommt es aber nicht dazu, und Dr. Schön ehelicht Lulu. Schon in der Hochzeitsnacht kommt es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf Dr. Schön erschossen wird. Lulu kommt vor Gericht und wird des Totschlages für schuldig befunden, kann aber aus dem Gerichtssaal fliehen und setzt eine Liebesaffäre mit Alwa, dem Sohn von Dr. Schön fort. Beide flüchten vor der Polizei und gelangen schließlich in ein Bordell, das auf einem Schiff betrieben wird. Lulu muss sich dort prostituieren, damit sie von ihrem erpresserischen Zuhälter nicht an die Polizei verraten wird. Als Lulu an einen reichen Freier verkauft werden soll, fliehen Alwa und Lulu nach London, wo Lulu Opfer des Frauenmörders Jack the Ripper wird.
Mit diesem Film festigte Pabst seinen Ruf als scharfsinniger Psychologe und als Meister des Bildes und der Montage.
Mary Louise Brooks, die am 14. November 1906 in Kansas geboren wurde, ist eine Ikone der Filmgeschichte der Goldenen 20s, deren Ruhm im Wesentlichen auf diesen einen klassischen Film zurückgeht. In den folgenden Jahren versandete ihre Karriere schnell. Die freigeistige, belesene Brooks passte einfach nicht so recht nach Hollywood, wo sie in den Drehpausen Schopenhauer las.
Die Büchse der Pandora war einer der ersten Filme, in denen eine lesbische Frau gezeigt wurde. Am 30. Januar 1929 gab es ein Jugendverbot für den Film.
🎬 DAGFIN (1926) - Stummfilm
Regie: Joe May
Dauer: 128.00 min - 124.00 min
Joe May, eigentlich: Julius Otto Mandl, Pseudonym Fred Majo, baute mit höchstem Aufwand und visueller Raffinesse in der Babelsberger Studiokulisse eine luxuriöse Einkaufsstraße nach. Mit eleganten Kamerafahrten und einer ausgeklügelten Lichtregie schuf er ein Meisterwerk zwischen Spätexpressionismus und neuer Sachlichkeit. Für Joe May war dies sein letzter Stummfilm, bei dem er sowohl Regie führte, als auch produzierte.
Dagfin ist ein Film, der die Nerven packt, der voll geladen ist mit Spannung, der packende Schicksale mit fesselnder, einbohrender Beredsamkeit erzählt. Vom starken Effekt bis zum feinsten Valeur hat May nichts ausgelassen, um den Zuschauer in den Bann seines Films zu zwingen, der ebensowenig ein Werk für den Snob und den Literaten wie für das berühmte "Lehmanns Lieschen", sondern eben ein Film für alle, für ein Weltpublikum ist. Wie Joe May eine Handlung zu steigern, Charaktere zu kontrastieren, Lebenskurven hin- und herzuführen, Natur und Umwelt zu beleben und Atmosphärisches zu schaffen weiß, stellt seine überragende Könnerschaft wieder einmal unter Beweis. Eine Liebesszene in verschneiter Gipfelwelt, die Nervosität in einer Hotelhalle, ein Attentat im Vorgarten einer Villa, die Gewitternacht über einem Gebirgssee (bei der man selbst den Regen auf seiner Haut zu fühlen glaubt) – das und vieles andere macht ihm in dieser vollkommen überzeugenden Echtheit so leicht niemand nach. Und doch liegt die stärkste Seite seiner Regie im rein Darstellerischen. Um die Gestalten seines Films weiß er eine Aura zu schaffen, und innere Konflikte wie magnetische Strömungen aus den photographierten Schemen in das Auge und die Nerven des Zuschauers zu leiten. Wenn diese seelisch miteinander ringenden Menschen einander gegenüberstehen, so spürt man Liebe, Begehren, Eifersucht, Haß, Enttäuschung und Versagen, Nerven und Pulsschlag. Die überragende darstellerische Konzeption dieses Films ist Paul Wegeners Türke. Wo er erscheint, füllt er die Leinwand und überschattet alles andere..
Inhalt: Lydia Boysen ist unglücklich verheiratet. Nachdem ihr Mann Axel versucht hat, sie an den türkischen General Sabi Bey zu verkuppeln, zieht sie sich entnervt auf einen Schweizer Winterkurort zurück. Dort verliebt sie sich in den Skilehrer und Studenten Dagfin. Lydias Mann Axel taucht in Begleitung von Sabi Bey auf und wird kurz darauf ermordet. Dagfin glaubt, Lydia sei die Mörderin und beschließt sich für sie zu opfern. Lydia hingegen hält Dagfin für den Mörder und hofft, ihn mit dem Geld des türkischen Generals retten zu können, wenn sie sich doch auf die Beziehung einlässt. Das Finale ereignet sich auf Sabi Beys Schloss in Süddeutschland, wo er von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Assairan, ein junger Armenier, will sich an dem türkischen General für seine Verwicklung in den Genozid an den Armenieren rächen. Sabi Bey wählt den Freitod und gesteht im Sterben, für den Mord an Axel verantwortlich gewesen zu sein.
Festival der Klassiker in Neustadt/Weinstrasse seit 1948
Festival der Klassiker in Neustadt/Weinstrasse seit 1948
Kino der Unsterblichkeit
Das besonderen Konzept des FilmGugger Kurzfilmfestivals: Zukunft trifft Vergangenheit.
Zeitgenössische Kurzfilme verbinden sich mit den legendären Klassikern der Filmgeschichte.
Die FilmGugger knüpfen historisch an die internationalen Filmfestspiele Neustadt an der Haardt 1948 an, die 2023 ihr 75-jähriges Jubiläum feierten. Nach dem Krieg wurden 1948 die Filmfestspiele nach Neustadt verlegt, die aufgrund der Kriegszerstörungen nicht in Berlin stattfinden konnten. Neustadt aber besaß drei intakte Lichtspielhäuser und den Saalbau für den Filmball. Berühmtheiten wie René Clair, André Gide, Jean Cocteau und deutsche Filmklassiker der Regisseure Hans Müller mit „1-2-3-Corona“, Heinz Holperts „Der Herr vom Anderen Stern“, Ulrich Erfurths Film „Finale“ sowie Rudolf Jugerts und Helmut Käutners „Film ohne Titel“ mit der jungen Hildegard Knef, Willy Fritsch und Hans Söhnker feierten damals in Neustadt Premiere und wurden beim Filmball im Neustadter Saalbau mit Filmstars wie Jean Marais, Marika Rökk, Georg Jacoby, Gisela Uhlen, Carl Raddatz, Irene von Meyendorff, Gerd Fröbe, Heidemarie Hatheyer uva. gefeiert. Wir beleben das Filmfestival wieder.
Die ausgewählten Klassikerfilme des FilmGugger Festivals haben nicht nur historische Bedeutung, sie berühren tief menschliche Themen, die ewige Gültigkeit bewahren. Die Filmwerke beeindrucken noch heute durch ihre Erzählweise, Ästhetik und die Art, wie sie den Zeitgeist einfangen, sie haben „Kultstatus“ erlangt. Klassikerfilme sind unser kulturelles Gedächtnis, das ewig jung bleibt. Mit ihren universellen Botschaften bleiben diese Filme für viele relevant. Nicht zuletzt weil sie Möglichkeiten aufzeigen, verkrustete Denkstrukturen aufzusprengen um die Welt neu zu interpretieren.
Arthaus-Programm im Roxykino:
100-Jahre Film von 1925 bis 2025:
Sergej Eisenstein: Panzerkreuzer Potemkin
Filmlegende trifft Jazz-Genie
Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin mit Chris Jarretts eigener Komposition live am Klavier
Ein Film, der Geschichte schrieb mit Musik, die unter die Haut geht.
17. September 2025, Roxykino Neustadt, 20:00
mit den unsterblichen Filmthemen Gier, Macht, Lüge und Krieg, die die immerwährenden Schwächen,
aber auch die unvergänglichen Tugenden der Menschen spiegeln:
🎹 Chris Jarrett https: //www.chrisjarrett.de Roxykino: https://www.roxy.de/event/119860
Sergej Eisensteins Meisterwerk Panzerkreuzer Potemkin gilt einer der größten Klassiker der Filmgeschichte - ein Jahrhundertfilm, der bis heute fasziniert und bewegt. Zum 100. Jubiläum präsentiert der international gefeierte Jazzpianist und Komponist CHRIS JARRETT seine einzigartige Live-Vertonung, eigens für diesen Anlass geschaffen. Jarretts Komposition verstärkt die kraftvolle, antimilitaristische Botschaft des Films und schlägt sich unmissverständlich auf die Seite der Unterdrückten. Seine Komposition verleiht den legendären Bildern eine neue emotionale Tiefe – von den aufwühlenden Massenszenen bis zum ikonischen Showdown auf der Freitreppe von Odessa, einer der berühmtesten Szenen der Kinogeschichte.
Panzerkreuzer Potemkin Inhalt:
Am bekanntesten ist die Potemkin für eine Meuterei ihrer Matrosen im Jahr 1905 , die im Zuge der Russischen Revolution im selben Jahr stattfand. Die Meuterer brachten das Schiff nach Odessa in der Ukraine, doch die Meuterei scheiterte. Als Propagandafilm sollte Panzerkreuzer Potemkin starke emotionale Reaktionen im Sinne der sowjetischen Massenideologien hervorrufen. Er geht aber in Form und Inhalt über simple Propaganda weit hinaus und wurde mehrfach als einer der einflussreichsten und besten Filme aller Zeiten ausgezeichnet. Sergei Eisenstein beschreibt sein Werk als eine tragische Komposition in ihrer kanonischsten Form – eine Tragödie in fünf Akten. Die bekannteste Szene ist das Massaker auf der Treppe zum Hafen von Odessa, viel kopiert von berühmten Filmemachern. Eisenstein schnitt den Film in einer Weise, um möglichst starke emotionale Reaktion hervorzurufen. Ziel war es, Sympathie für die rebellischen Matrosen und Antipathie gegenüber den tyrannischen Vorgesetzten zu erregen.
Die Bezeichnung „Potemkinsche Dörfer“ wird heute sprichwörtlich im Sinne von Blendwerk, Trugbild, leerer Schein verwendet. Der Legende folgend soll der russische Fürst Potemkin 1787 Zarin Katharina auf einer Inspektionsreise durch die Krim nur blühende Dorfattrappen gezeigt haben.
CHRIS JARRETT gilt als Genie am Piano und musikalischer Freigeist.
Der in den USA geborene Musiker und Komponist Chris Jarrett lebt zusammen mit seiner Frau Martina Cukrov Jarrett, einer renommierten Konzertpianistin in der Südpfalz.
In Jarretts Stücken verschmelzen Jazz, Klassik, Avantgarde und Weltmusik auf atemberaubende Art und Weise. Dafür wird er von Musikjournalisten als "Rebell" gegen das Pianoestablishment bezeichnet. Vital und impulsiv ist sie, die Musik von Chris Jarrett, voller Brüche und Überraschungen und niemals so leicht in die üblichen Kategorien des Musikbetriebes einzuordnen. Frank Zappa etwa gilt ihm genauso als Vorbild wie die Meister des Barock oder der Moderne. Dementsprechend offen ist sein Repertoire, das von atonalen Miniaturen und ausdrucksvoller Klaviermusik über Orgelimprovisationen, Kunstlieder, Sonaten, Filmmusiken und Ballett bis hin zur Oper reicht.
Chris Jarrett on Piano und im Filmgespräch mit Bettina Höchel und Szenenbilder aus Panzerkreuzer Potemkin
Neustadt und Eisensteins Film:
Phil Jutzi, ein Neustadter Regisseur der 20iger Jahre (1896 in Alleinigen geboren und 1946 in Neustadt gestorben), startete seine Karriere als Plakatmaler und Kameramann. Unter seiner Regie entstanden international bekannte Filmklassiker wie Mutter Krausens Fahrt ins Glück (1929) und die Alfred-Döblin-Verfilmung Berlin – Alexanderplatz (1931) mit Heinrich George
als Franz Biberkopf. Während er in Berlin für den Verleih Prometheus arbeitete, war er zuständig für die Herstellung deutscher Verleihfassungen von russischen Filmen: Jutzi war es dann auch, der 1930 Eisensteins Film Panzerkreuzer Potemkin von 1925 (Bronenosec Potemki) neu montierte und eine erste Tonfassung für den Film erstellte. Unter seiner Regie enstanden auch als 49 Kurzfilme.
🎬 DIE KLASSIKERFILME 2025
🎬 In Jenen Tagen (1947) - Regie: Helmut Käutner - Dauer: 111.00 min. Ein thematisch wie filmhistorisch wichtiger Film, einer der ersten deutschen Nachkriegsfilme, die die jüngere Vergangenheit aufarbeiteten. In knapp präziser Charakterisierung und geschickter Aufbereitung der Zeitatmosphäre stellt Käutner die Frage, was es heißt, ein Mensch zu sein. Der Episodenfilm erzählt die Geschichte eines Autos, das während des Nationalsozialismus als Chronist der Schicksale seiner Besitzer dient und die ewigen Fragen über Menschlichkeit und Moral in Kriegszeiten aufwirft. Es ist Käutners Versuch, zur "Stunde Null" eine Bilanz des Dritten Reichs zu ziehen und Menschlichkeit, moralische Stärke und Hoffnung in unmenschlichen Zeiten zu thematisieren.
🎬 Die Halbstarken (1956) - Regie: Georg Tressler - Dauer: 98.00 min mit Horst Buchholz und Karin Baal.
Ein deutsches Filmdrama über Orientierungslosigkeit der Nachkriegsgeneration, Jugendkriminalität und Rebellion gegen Eltern und Gesellschaft. Damals als skandalös empfunden (wegen der Gewalt, der Sprache und des Milieus), ist er heute ein wichtiges Zeitdokument und stilistisch stark vom amerikanischen Rebel Without a Cause mit James Dean beeinflusst.
🎬 Das Bildnis des Dorian Gray (1945) - Regie: Albert Lewin - Dauer: 110.00 min. Eine der stimmungsvollsten Adaptionen von Oscar Wildes Roman von 1890. Eine Narzissmus-Parabel von dem schönen Dorian Gray, der bildlich gesprochen seine Seele verkauft, um ewig jung zu bleiben. Aus Angst vor Vergänglichkeit schließt er einen Pakt mit dem Teufel. Bald aber offenbart sich die Fragwürdigkeit seines Verlangens nach ewiger Jugend. Denn sein Wunsch gebiert eine grauenvolle Wirklichkeit.
🎬 DIE KLASSIKERFILME 2024
🎬 Die Mörder sind unter uns (1946) - Regie: Wolfgang Staudte - Dauer 85 min, mit Hildegard Knef. E.W Borchert.
Der erste deutsche Film nach dem Ende des Krieges thematisiert die Kontinuität des Faschismus im Nachkriegsdeutschland und setzt sich mit persönlicher Schuld und Gewissen auseinander.
Inhalt: Berlin 1945. Susanne Wallner, eine junge Fotografin, kehrt aus dem Konzentrationslager zurück, doch ihre Wohnung ist besetzt. Hier lebt seit kurzem der aus dem Krieg heimgekommene Chirurg Mertens, der seine furchtbaren Erinnerungen mit übermäßigem Alkoholgenuss zu verdrängen sucht. Die beiden arrangieren sich, und mit Susannes Hilfe findet Dr. Mertens langsam wieder zu sich selbst. Da begegnet ihm sein ehemaliger Hauptmann Brückner, nun ein aalglatter Geschäftsmann, dem es egal ist, ob er aus Stahlhelmen Kochtöpfe macht, oder umgekehrt. Mertens‘ Gewissen rebelliert, und am Weihnachtsabend 1945 will er Sühne fordern für ein von Brückner drei Jahre zuvor im Osten befohlenes Massaker an Frauen, Kindern und Männern. Im letzten Moment kann Susanne ihn davon überzeugen, dass die Vergeltung solcher Schuld keine Privatangelegenheit ist, sondern der Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört. Es geht um Recht, nicht um Rache..
🎬 Berliner Ballade (1948) - Regie: Robert Adolf Stemmle - Dauer: 90 min. mit Gerd Fröbe
Eine satirische Parabel der deutschen Nachkriegsrealität, präsentiert als Rückblick aus dem Jahr 2048. Drehbuchautor Günter Neumann (Das Wirtshaus im Spessart) adaptierte für diesen Film sein erfolgreiches Kabarettprogramm Schwarzer Jahrmarkt, die Revue der Stunde Null. Der Name der von ihm dargestellten Hauptfigur Otto Normalverbraucher, fand durch diesen Film Eingang in die deutsche Sprache als Begriff für den typischen deutschen Durchschnittskonsumenten.
Inhalt: Gert Fröbe spielt den deutschen Durchschnittsbürger Otto Normalverbraucher, der 1949 aus der Gefangenschaft auf Umwegen nach Berlin zurückkehrt und sich in die Nachkriegsrealität einfinden muss. Er schlägt sich durch den Nachkriegsalltag zwischen Schwarzmarkt, Krisengewinnlern und Überlebenskünstlern.
🎬 Wir Kellerkinder (1960) - Regie: Wolfgang Bellenbaum alias Jochen Wiedermann - Dauer: 90 min. mit Wolfgang Neuss.
Drehbuch: Wolfgang Neuss. Eine böse Komödie vom bissigsten Satiriker der Bonner Republik.
Inhalt: Weil Dokumentarmaterial über aktuelle Schmierereien von Hakenkreuzen fehlt, sollen zwei Fernsehleute Bilder von derartigen Schmieraktionen faken. Die frisch – und nur auf Probe – aus der Heilanstalt entlassenen Freunde Macke, Adalbert und Arthur erklären sich bereit, den Reportern zu helfen, die auf der Suche nach Bildern von Hakenkreuz-Schmierereien sind. Als die Freunde die Schmierereien eigenhändig anbringen, kommt die Polizei, und sie fliehen in Mackes Keller, der schon öfter als Zufluchtsort gedient hat: Dort beginnt Macke aus seinem Leben zu erzählen und seine Erinnerungen führen zunächst bis in die NS-Zeit zurück … Während der NS-Zeit hat Macke, selbst bei der HJ, dort einen Kommunisten versteckt, nach dem Krieg seinen Vater, einen alten Nazi. Eigentlich wollten Macke, Adalbert und Arthur in der Freiheit eine Jazzband gründen, doch am Ende landen sie wieder in der Anstalt.
🎬 DIE KLASSIKERFILME 2023
🎬 Film Ohne Titel (1948) - Regie: Rudolf Jugert, Buch: Helmut Käutner - Dauer: 95 min mit Hildegard Knef, Willy Fritsch, Hans Söhnker, Irene von Meyendorff.
„Film ohne Titel“ ist einer der klügsten deutschen Nachkriegs-Filme, satirisch, humorvoll, temporeich und hintergründig. Der Film zeigt im authentisch Zeitspiegel die Misere des Krieges und das abenteuerliche Überleben nach der Befreiung. Ein „geschickter früher Käutner“ wie es heisst: Amüsant und visionär nimmt er Kinoklischees aufs Korn, die wenig später Deutschlands Leinwände beherrschen sollten.
Inhalt: In der ersten Nachkriegszeit soll ein Film entstehen. Regisseur, Autor und ein Schauspieler (Willy Fritsch) diskutieren über Form und Thema und wie man den Film in gängige Kinoformate quetschen könnte. Eigentlich möchte das Filmteam eine Komödie drehen, aber kann man das so kurz nach dem Krieg? Was geht? ein Nazifilm, oder doch besser eine Romanze? Der Film entsteht im Erzählen, sogar mit zwei Enden.
🎬 1-2-3 Corona (1948) - Regie: Hans Müller - Dauer: 89 min. mit Lutz Moik. Der erste Film, der nach dem 2. Weltkrieg und der Gründung der DEFA wieder auf dem ehemaligen Ufa Gelände Babelsberg entstand. Er spielt im kriegszerstörten Berlin sowohl im Westen (Charlottenburg) als im Osten (Prenzlauer Berg). Als Zeitdokument und zugleich ideologiefreier emphatischer Jugendfilm schafft er den Spagat zwischen individueller Schuld und kollektiver Verantwortung. Im Mittelpunkt steht das trostlose Leben junger elternloser Menschen ohne Perspektive, ein zeittypisches Problem des Nachkriegs Berlin. Das Happy End kündet den Beginn eines später sehr berühmten Zirkus: Krone/Corona.
Inhalt: Im Sommer 1945 in den Trümmern von Berlin sind die Schulen noch geschlossen. Zwei Banden von entwurzelten Jungen, deren Geschäft der Schwarzhandel und Diebstahl ist, hausen auf einem Bauplatz, wo sich ein Wanderzirkus niederlässt. Eine neue Lebensperspektive eröffnet sich.
🎬 Der Herr vom anderen Stern (1948) - Regie: Heinz Holpert - Dauer: 93 min. mit Heinz Rühmann.
Eine interessante kabarettistisch anmutende Nachkriegssatire, gefilmt in expressionistischer Weise mit frechem Sarkasmus und Ironie und einer Hitler-Persiflage. Ein verrückter Film, der wieder gut in unsere heutige Zeit passt.
Inhalt: Hauptdarsteller Rühmann, der Herr von einem anderen Stern, verirrt sich auf die Erde, wo er in ein autoritär-bürokratisches System gerät. Gleich bei seiner Landung fällt er der Polizei ins Auge. Sie möchten seinen Ausweis sehen, doch er besitzt keinen, also muss er auf die Meldebehörde, wo er sich in eine junge Dame verliebt. „Der Herr" möchte sich gerne in diese Welt eingliedern, aber er scheitert an deren Absurdität, wo Beamte von weit oben auf ihre Bürger herabschauen, sich Politiker mit einer sinnentleerten Gebärdensprache unterhalten und man als polemischer Parteiredner bestimmter Manier immer noch Erfolg hat, selbst wenn man vom Gegenteil spricht. Als ihm sogar ein General von der Humanisierung des Krieges mit Hilfe der (damals noch gar nicht erfundenen) Neutronenbombe vorschwärmt, flieht der Außerirdische wieder ins All.